Editorial

Dreck ist, was das Leben übrig lässt. Die letzte Verwandlung von „heiß geliebt“ zu „weg damit“ oder immer schon das Letzte. Deshalb verstecken, verbrennen, vernichten wir ihn. Vergangene Abenteuer, verzehrtes Glück, verdaute Geheimnisse und leere Hüllen – alles kommt in die Tonne. Auf dem Sammelplatz für Ungeliebtes will man keine Schnüffler. Hier stapelt sich, was vergessen werden soll. Aber nicht nur die Fliegen wissen: Dreck ist eine Frage der Perspektive. Also ist die facette ausgeschwärmt und eingetaucht und hat dabei so manchen Schatz geborgen. Über dreißig Autoren, Fotografen und Zeichner steckten ihre Nasen in den Dreck und fanden skandalöse Geschäfte, gequälte Tiere, eine Stadt im Smog und verschimmelte Kunst. Sie entdeckten Models auf der Müllhalde, einen wunderlich sauberen Bahnhof, verworfene Utopien, verstaubte Skurrilitäten, den Dosenpfand- Minister und einen Journalisten, der schon immer gern im Schmutz wühlte. In der Gosse steckte Glanz, in der Musik alte Töne. Dreck wurde zum Styling, zum Leckerbissen, zu Poesie und alles zusammen recycelten wir zur neuen facette. Nach Geld und Liebe, kommt uns jetzt der Schmutz ins Heft. Und weil das Toben im Dreck den größten Spaß macht, können Sie sich hier auf eine gepflegte Schlammschlacht freuen. Aber nicht vergessen: Immer sauber bleiben, die facette

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